Informationen kompakt zum Thema Stress!

Das Auftreten von Stress ist in unserer Gesellschaft keine Seltenheit mehr. Über 60% der Deutschen klagen bereits massiv darüber, Tendenz steigend.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat Stress zu einer der größten Gesundheitsrisiken des 21. Jahrhunderts erklärt.

Was ist Stress?

Es gibt keine offizielle Definition dafür. Der Begriff Stress kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Anspannung, Druck, Belastung, Beanspruchung.

Stress ist eine Alarmreaktion (Notfallreaktion) des Körpers auf eine vermeintlich drohende oder tatsächliche Gefahr oder eine vermeintlich belastende Situation.

Die Auslöser dafür werden Stressoren genannt (= Reize, Ereignisse mit erheblichen Gewicht )

Ob ein Stressor eine Stressreaktion auslöst und wenn ja, wie heftig, hängt ganz allein von der persönlichen Wahrnehmung und Bewertung der Situation ab ( nämlich ob bedrohlich oder leicht zu bewältigen )

Stress besteht also aus 3 Elementen

  1. Stressor ( Auslöser )

  2. Wahrnehmung, Einstellung und persönliche Bewertung des Stressors ( persönliche Stressverstärker / innere Antreiber )

  3. Stressreaktion

Stress ist individuell und wird von jedem Menschen unterschiedlich wahrgenommen.Was ein Mensch als besondere Belastung empfindet ist für einen anderen ganz normal und umgekehrt.

Stress ist ein uralter Mechanismus und grundsätzlich nicht schlimm, sondern kurzfristig durchaus gesund, äußerst sinnvoll und sogar überlebenswichtig. Schon unsere Vorfahren mussten z.B. beim Anblick eines Raubtieres sofort Kampf- oder Fluchtbereit sein ( Fight or Flight ).

Entscheidend ist die Stressdosis, sprich die Häufigkeit, Dauer und Intensität!

Erst langfristig wirkt Stress gesundheitsschädlich.

Wie und wo spielt sich die Stressreaktion ab?

Um belastende Situationen wirkungsvoll bewältigen zu können sollte man verstehen, welche Vorgänge im Körper ablaufen. Hierzu die Grundlagen der Stressreaktion:

Vorab: Das Nervensystem reguliert in Zusammenarbeit mit dem Hormonsystem alle Funktionen des menschlichen Körpers und leitet Reize aus der Umwelt weiter.
Das Nervensystem (NS) gliedert sich in zentrales Nervensystem (ZNS) (bestehend aus Gehirn und Rückenmark) und peripheres Nervensystem (PNS) (12 Hirnnervenpaare + 31 Spinalnervenpaare).

Das PNS verbindet wie ein Geflecht das ZNS mit den Organen und sämtlichen Körperteilen und arbeitet zum Teil willkürlich (somatisches NS) und unwillkürlich (vegetatives/autonomes NS).

Das vegetative Nervensystem (VNS) arbeitet selbständig und ist nicht durch unseren Willen beeinflussbar. Es regelt den inneren Betrieb des Körpers und ist für die Steuerung der Organe zuständig, z.B. für Herzschlag, Blutdruck, Atmung, Stoffwechsel, Verdauung, Drüsentätigkeit.

Das VNS gliedert sich in Sympathikus (Anspannung, Energiebereitstellung, Fight-or-Flight) und Parasympathikus (Entspannung, Erholung, Regeneration).
Sympathikus und Parasympathikus haben gegensätzliche Funktionen und im Wechselspiel wird die körperliche Balance wieder hergestellt (inneres Gleichgewicht = Homöostase).

Hierzu ein extrem vereinfachter Ablauf der Stressreaktion:

Wenn durch unsere persönliche Bewertung und Wahrnehmung ein Stressor Gefahr oder Bedrohung signalisiert, aktiviert das Gehirn den Sympathikus.
Dieser steigert die Herzfrequenz, erhöht den Blutzuckerwert, beschleunigt die Atmung und lässt den Blutdruck steigen. Zusätzlich werden das Immunsystem aktiviert, die Bronchien erweitert und die Muskulatur mit Nährstoffen versorgt.
Zurückgefahren wird automatisch die Magen-, Darm-, und Blasentätigkeit, sowie die Durchblutung der inneren Organe.
Gleichzeitig werden auch noch Hormone ins Blut ausgeschüttet.
Die wichtigsten davon sind Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Diese verstärken die Sympathikuswirkung.

Jetzt ist der Körper in voller Alarmbereitschaft und hochleistungsfähig!

Dann, nach einer gewisser Zeit, erfolgt eine Gegenreaktion des Parasympathikus, um die Alarmbereitschaft zurückzufahren, den hohen Energieverbrauch zu senken und die körperliche Balance wieder herzustellen.
Gelingt es nicht, die Balance wieder herzustellen, z.B. auf Grund von Dauerstress oder häufigen Stressreaktionen mit zu kurzen Erholungsphasen, können schwere Gesundheitsschäden die Folge sein.
Grund dafür ist eine dauerhafte Hormonausschüttung, die in hoher Konzentration im Blut bleibt und unseren Körper in ständiger Alarmbereitschaft hält und die nicht abgebaute körperliche Erregung.
Das Immunsystem wird durch die Verminderung der Abwehrzellen geschwächt und die Elastizität der Gefäße wird verringert (durch erhöhten Blutdruck und Herzschlag).

Was sind mögliche Auswirkungen und Folgen von Stress?

Die kurzfristigen Symptome können sein: ( Warnsignale )

-Herzklopfen, erhöhter Puls, innere Unruhe, Klos im Hals, Angst, Wut, Gereiztheit

-Faust ballen, Schultern hochziehen, Magenbeschwerden, Schweißausbruch

-Nervosität, Anspannung, Konzentrationsmangel, Gedankenkreisel (Spirale) usw.

Die langfristigen und damit gesundheitsschädlichen Auswirkungen sind:

-Verspannungen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Schwindelanfälle

-Magen-Darm-Erkrankungen, Herz-Kreislaufstörungen ( Bluthochdruck, Herzinfarkt )

-Hautkrankheiten ( z.B. Neurodermitis ), Diabetes, Suchtverhalten ( Alkohol, Tabletten )

-Traurigkeit, Hilflosigkeit, sozialer Rückzug, Erschöpfung, Essstörung,

-Angst- und Zwangsstörung, Depression, Burnout

Was also Dauerstress oder häufige Stressreaktionen verursachen können, ist erschreckend!


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